Mein Schritt in die Selbstständigkeit

Da ich sehr oft von Freunden, Bekannten und Kollegen sowie auch Kunden gefragt werde, wie mein Schritt in die Selbstständigkeit zustande kam, ob ich ihn bereue oder ob ich es wieder machen würde, möchte ich Euch hier einen kleinen Einblick in meinen Werdegang und meine Entscheidungsfindung geben.

Der Weg nach der Schule bis zur Ausbildung

Zu mir bzw. meinem Werdegang ist zu sagen, dass ich nach meiner Fachhochschulreife ein Jahrespraktikum in einem Jugend- und Kulturzentrum und danach ein weiteres Jahrespraktikum in der Werbeagentur, wo ich anschließend auch meine Ausbildung zur Mediengestalterin erfolgreich abschloss, gemacht habe. Die zwei Praktikumsjahre in sehr verschiedenen Richtungen waren für mich sehr wichtig um herauszufinden, in welche berufliche Richtung ich später mal gehen möchte und in welche nicht.

In meinem ersten Praktikumsjahr habe ich mir einige Informationstage an verschiedenen Hochschulen zum Thema Kommunikationsdesign angeschaut und dabei festgestellt, dass sich jede Hochschule für die größte, tollste und beste hält. Auf eine Hochschule mit dieser Haltung hatte ich keine Lust. Alternativ hatte ich mir auch noch freie, private Schulen angesehen, welche mir auch deutlich besser gefallen haben, diese jedoch eine Menge Geld gekostet hätten und man bei der ein oder anderen nach Abschluss der Ausbildung keinen staatlich anerkannten Abschluss hat. Und da es in Deutschland doch auch viel um Abschlüsse, Titel und Zertifikate geht, habe ich mich bewusst gegen die schulische – und für die unternehmerische Ausbildung entschieden. In diesem Jahr habe ich auch meine Leidenschaft zur Fotografie entdeckt und habe mir so 2011 mein erste „gute“ Kamera zugelegt.

Mein zweites Praktikumsjahr habe ich in einer Werbeagentur gemacht, welche unter den Begriff Full-Service-Agentur fällt, was bedeutet, dass Fotostudio, Grafikabteilung, Druckvorstufe, Druckerei und Marketingabteilung hier unter einem Dach ist. So hatte ich die Chance in die Werbefotografie, sowie in das Grafikdesign herein zu schnuppern und nach dem Praktikumsjahr zu entscheiden, welche Richtung für mich die richtige ist.

Recht schnell habe ich gemerkt, dass die Werbefotografie (zumindest in dieser Form, wie sie in dieser Agentur betrieben wird) nicht das Richtige für mich ist, da es sich hauptsächlich um die Produktfotografie handelte, welche nach sehr klaren Vorgaben zu fotografieren waren. Auch die Imageaufnahmen wurden von der Grafikabteilung sorgfältig vorgeplant und die Kunst der Fotografie war es, dieses Fotolayout so genau wie möglich fotografisch abzubilden.

Ich wusste, wenn dies mein Job werden würde, hätte ich in kürzester Zeit die Freude und Leidenschaft an der Fotografie verloren. Also habe ich mich für eine Ausbildung zur Mediengestalterin in der Grafikabteilung entschieden.

Die Ausbildung zur Mediengestalterin

Als es auf das Ende der Ausbildung zu ging, wusste ich, dass ich nicht mehr in einer Werbeagentur arbeiten möchte. In der Agentur wo ich war, war klar getrennt wer den Kundenkontakt hat, wer die Gestaltung und wer die Reinzeichnung macht. So hatte der Grafiker und der Mediengestalter sehr selten den direkten Kundenkontakt.

Die Marketingabteilung nahm die Kundenanfragen entgegen, gab diese an den Grafiker weiter, dieser besprach das Layout mit der Marketingabteilung, diese gab das Layout an den Kunden weiter, der Kunde das Layout mit den Änderungen wieder an die Marketingabteilung, die Marketingabteilung wieder an den Grafiker, dieser das korrigierte Layout wieder an die Marketingabteilung, diese wieder an den Kunden und der Kunde wieder an die Marketingabteilung, diese an den Grafiker, und wenn das Layout so fehlerfrei war, gab der Grafiker das Layout in die Reinzeichnung, welche dann auch mit der Marketingabteilung und dem zuständigen Grafiker Rücksprache hielt.

Und das wollte ich nicht mehr!

Die Festanstellung in einem Industrieunternehmen

Ich wollte unbedingt den direkten Kundenkontakt, das Beratungsgespräch führen, das „Danke“ des zufriedenen Kunden direkt gesagt bekommen. Quasi eben einen Auftrag von vorne bis hinten eigenständig abwickeln.

Nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung wechselte ich mit dem Ziel mehr an Marketing-, Vertriebs- und Kundenerfahrung zu sammeln, in die Grafikabteilung eines Industrieunternehmens.

Diese Arbeit war komplett etwas anderes als in der Werbeagentur. Durch die tatsächlich eingetroffene enge Zusammenarbeit mit dem Marketing und dem Vertrieb, konnte ich viel zum Thema Kundenkontakt, Beraten und Verkaufen lernen. Die wenige Abwechslung der Projekte, das Tagesgeschäft waren hauptsächlich immer wiederkehrende Medien, welche logischerweise alle mit der gleichen Branche zu tun hatten, es war schnell die Gefahr da „Betriebsblind“ zu werden und seine Arbeit einfach runter zu Arbeiten und nur noch wenig Kreativität mit einzubringen.

Die Entscheidung zur Selbstständigkeit

Den Traum, mich irgendwann mal selbstständig zu machen, hatte ich schon während meiner Ausbildungszeit, jedoch habe ich mir nie einen Zeitpunkt, bzw. ein Lebensalter gesetzt in welchem ich mein eigenes Unternehmen gründen werde.

Wie ich oben schon geschrieben habe, war mein Ziel den direkten Kundenkontakt und die komplette Verantwortung meiner Projekte selber tragen. Dies ist aber in so jungem Alter nicht einfach zu bekommen. Der Hauptgrund ist die „nicht genügende“ Erfahrung. Lustiger Weise, war das auch genau das Argument, mit welchem mir Freunde, Bekannte und Familie den Schritt in die Selbstständigkeit ausreden wollten. Aber ohne Erfolg.

Kurz gesagt, es war das Beste was ich hätte tun können. Ich habe nun genau die Verantwortung, die ich wollte. Habe ein Lebensrhythmus, der kaum besser sein könnte. Man lernt plötzlich so viele neue Leute aus der Brache und der Start-up Szene kennen, welche genau so ticken wie man selber. Ähnliche Ziele und Probleme haben wie man selber, über welche man sich prächtig austauschen kann.

Anika Wuttke formulierte es auf einem Gründerabend der IHK sehr schön:
„Willkommen in der Gründerfamilie.“ Und genau so ist es.

Man hilft einander, tauscht sich über Erfahrungen, Ziele und Ideen aus. Und das aus dem einfachen Grund, dass man die Unternehmensgründung als Gemeinsamkeit hat. Es fühlt sich quasi so an, als ob man gemeinsam an einem Strang zieht und deshalb zusammenhalten muss,  obwohl es sich um die unterschiedlichsten Branchen handelt.
Und genau das ist eigentlich, für mich das Schönste an der Selbstständigkeit.

Der Zusammenhalt unter den Gründern der Region.

Was ist Dein Grund für oder Dein Zweifel an der Selbstständigkeit?
Ich freue mich über jeden Erfahrungsaustausch zu diesem Thema. Egal ob als Privatnachricht oder in den Kommentaren.

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